Episode's summary
Diese Episode beleuchtet die Lebensgeschichte von Jacques-Joseph, dem Berliner Chirurgen, der als Pionier der modernen Schönheitschirurgie gilt. Der Bericht verfolgt seinen Weg von der ersten mutigen Operation an einem Jungen mit abstehenden Ohren bis hin zur Entwicklung intranasaler Techniken, die ihm den Beinamen „Nasen-Josef“ einbrachten. Neben den medizinischen Fortschritten durch die Einführung der Anästhesie setzt sich die Erzählung kritisch mit den gesellschaftlichen Implikationen der plastischen Chirurgie auseinander. Es wird thematisiert, wie chirurgische Eingriffe einerseits psychisches Leid lindern konnten, andererseits aber auch zur Stabilisierung von Schönheitsnormen und zu Assimilationsprozessen beigetragen haben. Die Geschichte endet mit dem Schicksal von Josephs jüdischer Identität im Kontext der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung.
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Highlights
Chirurgie war bis weit ins 19. Jahrhundert ja etwas, was man vermied, wie der Teufel das Weibers.
00:02:58 · Ein Medizinhistoriker beschreibt die damalige Skepsis gegenüber chirurgischen Eingriffen.
Die Geschichte der Modernisierung ist auch eine Geschichte der Ermächtigung, sich des eigenen Körpers zu bedienen.
00:07:35 · Der Sprecher reflektiert über die philosophische Bedeutung der Selbstgestaltung durch Chirurgie.
Es geht in der Medizin erstmals nicht mehr nur darum, einen kranken Körper zu heilen, sondern einen psychisch krankmachenden Körper zu korrigieren.
00:08:15 · Die Analyse der neuen Rolle der Chirurgie zwischen Kosmetik und Psychotherapie.
Die Geschichte auch der Schönheitschirurgie hat ganz viel damit zu tun, dass Menschen den Druck verspüren, sich auch körperlich zu assimilieren.
00:13:02 · Ein Hinweis auf die soziopolitischen Folgen von ästhetischen Eingriffen zur Anpassung an dominante Normen.
Und deckt mich einst der grüne Rasen, so wisset. Dies war gebaut von Nasen.
00:14:19 · Der letzte, humorvolle Zettel, den Jacques-Joseph in einem Betonpfeiler hinterließ.
Diese Episode beleuchtet die Lebensgeschichte von Jacques-Joseph, dem Berliner Chirurgen, der als Pionier der modernen Schönheitschirurgie gilt. Der Bericht verfolgt seinen Weg von der ersten mutigen Operation an einem Jungen mit abstehenden Ohren bis hin zur Entwicklung intranasaler Techniken, die ihm den Beinamen „Nasen-Josef“ einbrachten. Neben den medizinischen Fortschritten durch die Einführung der Anästhesie setzt sich die Erzählung kritisch mit den gesellschaftlichen Implikationen der plastischen Chirurgie auseinander. Es wird thematisiert, wie chirurgische Eingriffe einerseits psychisches Leid lindern konnten, andererseits aber auch zur Stabilisierung von Schönheitsnormen und zu Assimilationsprozessen beigetragen haben. Die Geschichte endet mit dem Schicksal von Josephs jüdischer Identität im Kontext der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung.
Episodes
Der "Nasenjoseph": Ein Berliner Arzt und die Schönheitschirurgie
ListenedDiese Episode beleuchtet die Lebensgeschichte von Jacques-Joseph, dem Berliner Chirurgen, der als Pionier der modernen Schönheitschirurgie gilt. Der Bericht verfolgt seinen Weg von der ersten mutigen Operation an einem Jungen mit abstehenden Ohren bis hin zur Entwicklung intranasaler Techniken, die ihm den Beinamen „Nasen-Josef“ einbrachten. Neben den medizinischen Fortschritten durch die Einführung der Anästhesie setzt sich die Erzählung kritisch mit den gesellschaftlichen Implikationen der plastischen Chirurgie auseinander. Es wird thematisiert, wie chirurgische Eingriffe einerseits psychisches Leid lindern konnten, andererseits aber auch zur Stabilisierung von Schönheitsnormen und zu Assimilationsprozessen beigetragen haben. Die Geschichte endet mit dem Schicksal von Josephs jüdischer Identität im Kontext der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung.
Autorin mit Privatmuseum: Das bunte Leben von Gertrude Stein
ListenedDieser Podcast aus der Reihe WDR Zeitzeichen beleuchtet das Leben und Werk der US-amerikanischen Schriftstellerin und Kunstsammlerin Gertrude Stein. Er beschreibt ihren Weg von der amerikanischen Provinz über ein Studium in Harvard bis hin zu ihrem legendären Kunstsalon in Paris, der ein Treffpunkt für die Avantgarde wie Picasso und Hemingway war. Neben ihrer berühmten literarischen Technik der Wiederholungen und ihrem experimentellen Schreibstil wird auch ihr Leben als Lebensgefährtin von Alice B. Toklas sowie ihre komplexe Rolle während des Zweiten Weltkriegs unter dem Vichy-Regime thematisiert. Der Beitrag zeigt Stein als eine Frau, die trotz ihres oft auf einen einzigen Satz reduzierten Ruhms ein tiefgreifendes und selbstbestimmtes Leben führte.
Rembrandt: Vom Star-Maler zum bankrotten Außenseiter
ListenedDie Dokumentation beleuchtet den Aufstieg und den dramatischen finanziellen Fall des niederländischen Malers Rembrandt van Rijn im goldenen Zeitalter Amsterdams. Es wird untersucht, wie der einst wohlhabende Künstler durch mangelnde geschäftliche Anpassung und persönlichen Starrsinn in den Bankrott geriet.
Die Banditenkönigin Indiens: Phoolan Devi
ListenedDiese Episode beleuchtet das komplexe Leben von Phoolan Devi, einer indischen Politikerin, die als 'Banditenkönigin' weltberühmt wurde. Der Bericht beschreibt ihren Aufstieg aus extremer Armut und Diskriminierung durch das Kastensystem, ihre Zeit als Anführerin einer bewaffneten Bande und ihren späteren politischen Erfolg als Abgeordnete. Der Podcast untersucht die Ambivalenz ihrer Person: War sie eine feministische Heldin, die sich gegen die Unterdrückung der unteren Kasten wehrte, oder eine gewalttätige Massenmörderin? Die Erzählung endet mit ihrem Attentat im Jahr 2001 und reflektiert über ihr bleibendes Erbe in der indischen Gesellschaft.